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Für mehr Präsenz und erfolgreiche Integration in Arbeitsmarkt & Gesellschaft.

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Sprich so, dass man dich über Inhalte wahrnimmt,

nicht über deinen Akzent.

Meine Online-Akademie ist das Trainingsprogramm, mit dem du gezielt an deiner Aussprache und Prosodie arbeiten kannst, um auf Deutsch professionell, souverän und ohne Unsicherheit aufzutreten.

Bin ich zu alt, um Deutsch professionell und sicher sprechen zu lernen?

  • Autorenbild: Benjamin Rannig
    Benjamin Rannig
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Wohl jeder, der Deutsch (oder eine andere Fremdsprache) lernt, erreicht irgendwann diesen Punkt: Man versteht Gespräche oder Texte recht gut, aber sobald man selbst sprechen soll, stockt es. Und man hat irgendwie das Gefühl: Nichts hilft mehr.


Das wirft fast zwangsläufig Fragen auf: Bin ich zu alt, um Deutsch fließend zu lernen? Mache ich etwas falsch? Fehlt mir Talent?


Das Alter ist nicht das eigentliche Problem


Erfahrungen erwachsener Lernender zeigen ein erstaunlich einheitliches Bild: Auch Menschen, die mit 40, 50 oder deutlich später mit Deutsch begonnen haben, erreichen ein hohes funktionales Niveau.


Im deutschsprachigen Raum leben zahlreiche Menschen, die erst als Erwachsene angefangen haben, Deutsch zu lernen, und heute die gesprochene und geschriebene Sprache problemlos verstehen sowie souverän in ihrem beruflichen und privaten Alltag nutzen. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Ob, sondern im Wie des Fortschritts.


Deutsch lernen als Erwachsener funktioniert – aber anders als in der frühen Kindheit. Fortschritte verlaufen ungleichmäßig. Einzelne Bereiche entwickeln sich schnell, andere bleiben zäh. Das wird häufig als persönliches Defizit interpretiert, ist aber eine systematische Eigenschaft des Spracherwerbs im Erwachsenenalter und heißt nicht, dass man zu alt ist, um Deutsch zu lernen.


Warum sich Lernen als Erwachsener anders anfühlt


An dieser Stelle zunächst ein Hinweis:

Das Thema ist wissenschaftlich hochkomplex. Wenn du dich genauer dafür interessierst, lohnt sich dieser ausführliche Artikel auf unserem Blog.


In Kurzform lassen sich drei Punkte festhalten:


  1. Sprache ist kein einheitliches System, sondern besteht aus verschiedenen Teilbereichen wie Wortschatz, Grammatik und Aussprache. Diese entwickeln sich mehr oder weniger unabhängig voneinander. Deshalb verstehen viele Lernende komplexe Texte problemlos, geraten im Gespräch aber ins Stocken: Das Wissen ist vorhanden, die Automatisierung unter Zeitdruck fehlt.


  2. Vor allem die Aussprache, automatische Verarbeitung, Konjugation und Deklination werden in der frühen Kindheit besonders leicht aufgebaut. Diese Bereiche sind später zwar weiterhin erlernbar, aber deutlich langsamer und mit mehr Aufwand.


  3. Beim Kind ist das Sprachsystem noch offen, beim Erwachsenen ist es bereits stabilisiert. Wenn wir also im Erwachsenenalter eine Fremdsprache lernen, lernen wir neue Muster nicht einfach „oben drauf“: Die neuen Muster müssen sich gegen bereits automatisierte Muster der Muttersprache durchsetzen.


Infografik: Warum du Fremdsprachen als Erwachsener anders lernst

Strategien wie:


  • noch mehr Regeln verstehen

  • erst perfekt formulieren, dann sprechen

  • Fehler vermeiden, um nichts Falsches zu festigen


funktionieren also nicht wirklich.

Wirksam sind dagegen Prozesse, die:


  • alte Routinen gezielt irritieren

  • neue Muster unter Zeitdruck trainieren

  • Sprechen bzw. Sprechfluss vor Korrektheit priorisieren


Kann man als Erwachsener noch fließend Deutsch lernen?


Ja!

Allerdings ist eines wichtig zu verstehen: Fortschritt im Erwachsenenalter bedeutet nicht, „wie ein Kind“ zu lernen, sondern mit einem anderen System, anderen Grenzen – und anderen Stärken.


Natürlich kann man sich aber als Erwachsener einige Vorteile von Kindern zu Nutze machen, wie zum Beispiel diese:


  1. Kinder bekommen massiv Input.

    • Das können wir als Erwachsene übernehmen, indem wir dafür sorgen, regelmäßig viel zu hören/schauen/lesen (Podcasts, TV, News, Bücher).

  2. Kinder probieren sich ständig aus.

  3. Kinder bekommen Feedback.

    • Das können wir als Erwachsene übernehmen, indem wir gezielt qualifiziertes Feedback einholen – also Rückmeldungen, die auf Erfahrung mit Lernprozessen beruhen, Muster erkennen und konkrete Orientierung geben, statt nur punktuell zu korrigieren.


Das Alter ist kein limitierender Faktor, um die deutsche Sprache souverän zu beherrschen. Viele Menschen, die mit 40+ angefangen haben, sind heute bestens in Gesellschaft und Arbeitsmarkt integriert und sprechen Deutsch funktional fließend.


Als Erwachsene können wir bestimmte Dinge ja auch deutlich schneller lernen, als Kinder, da wir Muster vergleichen, abstrahieren und reflektieren, gezielt Strategien anwenden und uns selbst motivieren können.


Fazit: Du bist nicht zu alt, um Deutsch zu lernen


Egal, ob mit 20, 30, 40 oder sogar 70 Jahren – man ist nie zu alt, um Deutsch zu lernen.


Auch wenn du im Erwachsenenalter angefangen hast, kannst du Deutsch sicher, präzise und spontan nutzen lernen. Wortschatz, Textverständnis und differenzierter Ausdruck bleiben sehr lange lernbar. Eine vollständig akzentfreie Aussprache ist hingegen selten erreichbar und für funktionale Kommunikation nicht erforderlich.

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Benjamin Rannig

Wer ist Benjamin Rannig?

Benjamin Rannig ist Gründer von Deutsch mit Benjamin und spezialisiert auf Aussprache, Prosodie und souveräne Kommunikation im Deutschen.
Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik an der Humboldt-Universität zu Berlin sammelte er früh Lehrerfahrung an Sprachinstituten im In- und Ausland. Seit 2020 leitet er seine eigene Online-Akademie, die sich an nicht-muttersprachliche Professionals richtet, die natürlich, souverän, mit mehr Präsenz und akzentfrei Deutsch sprechen wollen.

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